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St.-Anna-Fest

In Staucharting findet jedes Jahr am 26. Juli das St.-Anna-Fest statt.

Bittgänger aus Sauerlach und Umgebung treffen sich bei der Waldkapelle St.-Anna in Staucharting zu einer Feldmesse mit anschließender Pferdesegnung.

Geschichtliches über Staucharting

Staucharting war schon zu vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Hinweis darauf sind die Hügelgräber, die nordwestlich von der Kapelle liegen.

Das erste mal wurde Staucharting 1017 im ältesten Tegernseer Stiftsbuch als Studrating erwähnt.

Die erste Urkunde über Staucharting stammt aus dem Jahre 1285 und war eine Lehensurkunde vom Kloster Tegernsee.

Staucharting war eine Schwaige, das waren große Viehhöfe. In Staucharting wurde damals Schweinemast betrieben. Jährlich wurden dort 100 – 200 Schweine gemästet, dies war wiederum abhängig von der Menge der Eichelernte.

1530 ist die Schwaige verkleinert worden. Schuld daran war vermutlich die Pest.

Nach der Sekularisation ging der Besitz vom Kloster Tegernsee an den Bayerischen Staat über. Nach der Grundeigentumsablösung verkaufte der letzte Schwaiger, Hans Portenlenger das Anwesen, ca. 1856, von rund 170 Tagwerk an den Staat.
 

Geschichtliches über die St.-Anna-Kapelle

In den Jahren 1692/93 erbaute Melchior Seidl unweit seines Hofes ein Kirchlein aus Stein, zu ehren der Hl. Mutter Anna. Die Kapelle war damals vermutlich in der Größe des heutigen Altarraums. 1702 wurde die Kapelle von Schwaiger Andreas Humpl aus Arget in der heutigen Form erweitert.

Die Anna-Selbdritt Figur stammt von der Münchener Renaissance-Bildhauerschule und entstand um ca. 1520. Die Figur ist  nur am St.-Anna Tag in Staucharting. Das Jahr über wird sie sicher verwahrt.

Bald nach der Erweiterung begannen die ersten Wallfahrten nach Staucharting (genaues Jahr leider nicht bekannt). In der Kapelle waren einmal über 100 Votivtafeln beherbergt. Die älteste Votivtafel stammte aus dem Jahre 1711. Die Tafeln fielen aber leider verschiedenen Einbrüchen zum Opfer. Der größte Schaden  bei einem Einbruch entstand an Pfingsten im Jahr 1971. Hierbei wurden Teile des Altars herausgerissen, Figuren entwendet und der größte Teil der Votivtafeln gestohlen. Der Diebstahl konnte nie aufgeklärt werden. Drei Tafeln von Staucharting sind heute im Bayerischen Nationalmuseum ausgestellt.

Damit die Kapelle nicht abgerissen wurde, ist sie 1824 vom damaligen Erzbischof von München und Freising, dessen Namen leider nicht bekannt ist, geweiht worden.

Bis heute findet am Namenstag zu Ehren der Hl.-Mutter-Anna immer am 26. Juli jeden Jahres eine Wallfahrt nach Staucharting statt. Hierbei kommen Bittgänge aus den umliegenden Ortschaften Sauerlach, Arget, Altkirchen, Oberhaching, Oberbiberg.

Bei einem Windbruch im Jahre 1954 wurde das Dach und der Turm schwer in Mitleidenschaft gezogen und teilweise zerstört.