Kommunale Wärmeplanung
Der Wärmeplan für Sauerlach ist beschlossen.
Der Gemeinderat hat die Kommunale Wärmeplanung in der Gemeinderatssitzung am 28.07.2026 einstimmig beschlossen.
Was ist eine kommunale Wärmeplanung?
Mit dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) der Bundesregierung wurde eine Grundlage für eine systematische Wärmeplanung geschaffen. Ziel ist es, für jede Kommune aufzuzeigen, wie die Wärmeversorgung Schritt für Schritt auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme umgestellt werden kann. Dabei werden die örtlichen Gegebenheiten betrachtet. Von den bestehenden Gebäuden und Heizsystemen über vorhandene Wärmenetzte bis hin zu den Potenzialen für erneuerbare Energien wurden 2025 die Daten gesammelt. Die Wärmeplanung schafft damit eine wichtige Grundlage für die kommenden Jahre und gibt Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Energieversorgern mehr Orientierung bei der zukünftigen Wärmeversorgung.
Die Wärmeplanung in vier Schritten
1. Bestandsanalyse
Wie wird heute geheizt? Wo wird besonders viel Wärme benötigt und welche Energieinfrastrukturen sind bereits vorhanden?
2. Potenzialanalyse
Welche erneuerbaren Energien und Abwärmequellenkönnen in Sauerlach künftig genutzt werden? Betrachtet wurden unter anderem Geothermie, Solarenergie, Wind und Biomasse.
3. Zielszenario
Auf Grundlage der Bestands- und Potenzialanalyse wurde untersucht, wo Wärmenetze sinnvoll sind und wo dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen zum Einsatz kommen können.
4. Umsetzung
Abschließend wurden konkrete Maßnahmen und Strategien entwickelt, mit denen die Wärmewende in Sauerlach Schritt für Schritt umgesetzt und langfristig begleitet werden kann.
Die wichtigsten Ergebnisse
Sauerlach hat einen jährlichen Wärmebedarf von rund 84 GWh. Vor allem ältere Wohngebäude bieten großes Potenzial für Sanierung und Energieeinsparung. Bereits heute stammen rund 43% der Wärme aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme.
Für die zukünftige Wärmeversorgung bestehen gute Voraussetzungen durch Solarthermie, Geothermie, Wärmepumpe und Biomasse. Auch bei der erneuerbaren Stromerzeugung gibt es Potenziale, insbesondere durch Windkraft und Freiflächen-Photovoltaik.
Bis 2045 soll eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreicht werden. Dafür soll das Wärmenetz der Zukunfts-Energie-Sauerlach (ZES) GmbH auf das gesamte Ortsgebiet ausgeweitet werden. In den außenliegenden Ortsteilen sind aufgrund der geringen Wärmedichte vor allem dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen oder Biomasseheizkraftwerke vorgesehen. Für Eichenhausen, Arget und weitere südöstliche Ortsteile wird zudem die oberflächennahe Geothermie als Option betrachtet.
Wie geht es weiter?
Für die weitere Umsetzung wurden 14 konkrete Maßnahmen entwickelt entwickelt. Sie reichen vom Ausbau und der Weiterentwicklung der Wärmenetzte über die Nutzung erneuerbarer Energien und die Heizungsumstellung bis hin zu Sanierung, Stromnetzausbau und Information der Bevölkerung.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung und Transformation der zentralen Wärmeversorgung durch die ZES.
Die Wärmeplanung ist dabei kein einmaliger Prozess. Die Entwicklung der Wärmeversorgung soll regelmäßig überprüft und die Planung bei veränderten Rahmenbedingungen entsprechend weiterentwickelt werden.
Beteiligung und Information
Die Öffentlichkeit und wichtige Akteure wurden währender der Erstellung der Wärmeplanung fortlaufend informiert und eingebunden. Eingegangene Stellungnahmen wurden durch die Gemeindeverwaltung und das Planungsbüro geprüft und bei der weiteren Bearbeitung berücksichtigt.
Fernwärmeausbau
Der Fernwärmeausbau in Sauerlach wird ausschließlich durch die Zukunfts-Energie-Sauerlach GmbH (ZES) bearbeitet. Das gemeindliche Biomasse-Heizkraftwerk informiert Sie gerne über den aktuellen Stand des Fernwärmeausbaus oder auch bei Interesse an einem Anschluss.
Zukunfts-Energie-Sauerlach GmbH (ZES)
Am Heizwerk 6, 82054 Sauerlach
Förderung über die Nationale Klimaschutzinitiative
Die Konzepterstellung erfolgte im Rahmen einer Förderung durch die Nationale Klimaschutzinitiative:
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und intensiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Titel: KIS: Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung für die Gemeinde Sauerlach
Förderkennzeichen: 67K27098
Laufzeit: 01.06.2024 bis 31.05.2025
Beteiligte Partner: prosio engineering GmbH
Ziele und Inhalt: Entwicklung eines Strategiepapiers basierend auf den individuellen Gegebenheiten der Gemeinde Sauerlach, welches einen konkreten und realistischen Plan zur klimaneutralen Wärmeversorgung für das Zieljahr aufzeigt.
Weitere Informationen
Wenn Sie noch Fragen zum Thema „Kommunale Wärmeplanung“ haben, wenden Sie sich gerne an das Amt für Umwelt